Was ist Isokinetik?

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In unserer Praxis für Leistungsdiagnostik am Brand bieten wir Training und Therapie am Isokineten an.

Was ist das genau? Warum machen wir das? und was bringt das eigentlich?

Iso = gleich, Kinesis = Bewegung

Für isokinetisches Krafttraining und isokinetische Kraftmessungen werden in der Regel computergesteuerte Trainingssysteme verwendet. Diese Systeme ermöglichen eine genaue Definition der Bewegung (Bewegungsform, Kontraktionsform, Bewegungsausmaß, Winkelgeschwindigkeit). Der Widerstand des Systems ist bedingt durch die jeweils aufgewendete Kraft des Patienten bei konstanter, vorgegebener Bewegungsgeschwindigkeit und ist in jedem Bereich der Bewegung sowie bei jeder Wiederholung optimal angepasst an die Hebelverhältnisse, Ermüdung und die Schmerzgrenze des Patienten.

 

14-Isokinetik2Unter Isokinetik versteht man Training und Diagnostik bei konstanter Winkelgeschwindigkeit mit variabel angepasstem Widerstand.
Allgemein gilt, dass im Verlauf der Bewegung das maximale Drehmoment variiert. Dies ist abhängig von den Hebelverhältnissen (Entfernung des Widerstandes vom Drehpunkt) sowie der Muskellänge
(auseinandergezogen).
Beim Training mit herkömmlichen Geräten oder freien Gewichten besteht ein konstanter Widerstand, der so gewählt werden muss, dass der Widerstand an der belastendsten Stelle überwunden werden kann. Dies halt zur Folge, dass die Muskulatur in einem großen Bereich der Bewegung nicht optimal belastet wird. Bei der isokinetischen Widerstandsgebung passt sich der Widerstand an die aufgewendete Kraft an, sodass der Muskel im gesamten Verlauf der Bewegung optimal belastet wird.

Besteht in einem bestimmten Bereich der Bewegung eine Schmerzsymptomatik (z.B. painful arc bei einem Impingement-Syndrom des Schultergelenks), welche durch Muskelaktivität provoziert wird oder die Kraft der Muskulatur limitiert, muss bei konstanter Widerstandsgebung der Widerstand reduziert werden, sodass die Schmerzgrenze nicht erreicht wird. Somit wird der Muskel nicht mehr adäquat belastet. Bei isokinetischer Belastung reduziert sich der Widerstand nur im Bewegungsbereich der auftretenden Schmerzsymptomatik. Im schmerzfreien Bereich bleibt die Intensität erhalten und somit auch der beabsichtigte Trainingseffekt.

Zudem lässt sich durch die Einstellung der Bewegungsgeschwindigkeit die Gelenkbelastung dosieren. Die Kompressionskräfte, welche auf die Gelenkflächen wirken, sind umso geringer, je höher die Bewegungsgeschwindigkeit gewählt wird.
Das isokinetische Krafttraining ermöglicht also eine intensivere aber auch schonendere Form der Belastung.

Weiter ermöglichen isokinetische Systeme eine Bewegungsumkehr (konzentrisch/konzentrisch ; exzentrisch/exzentrisch) wodurch Agonist (tätiger Muskel) und dessen Antagonist (Gegenspieler) arbeiten. Aus dieser rhythmisch wechselnden Muskelkontraktion resultiert eine Knorpelwalkung, welche Auswirkungen auf die Knorpelernährung hat.

Isokinetisches Training ist somit eine geeignete, unterstützende Maßnahme bei der Therapie degenerativer / arthrotischer Veränderungen der Gelenke.

Durch die genaue Definition der Bewegung (Bewegungsform, Kontraktionsform, Bewegungsausmaß, Winkelgeschwindigkeit), der computergesteuerten Messung und Dokumentation ergibt sich eine hohen Standardisierbarkeit der Messung. Dadurch sind isokinetische Systeme bestens für die Diagnostik der Muskelkraft geeignet und finden beispielsweise in der Wissenschaft verbreitete Anwendung.

Sebastian Markowitz