Manuelle Therapie

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Was versteht man eigentlich unter Manueller Therapie?

Die manuelle Therapie ist als Spezialisierung innerhalb der Physiotherapie definiert als ein Konzept zur Untersuchung und Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungssystems. Die Manuelle Therapie hilft mit einer Vielzahl von speziellen Handgriff und Mobilisationstechniken Schmerzen zu beseitigen und Bewegungsstörungen zu lindern.
Es können sowohl passive Techniken als auch aktive Übungen zum Einsatz kommen. In der Behandlung mobilisiert der Therapeut eingeschränkte bzw. blockierte Gelenke durch spezielle Techniken oder stabilisiert überbewegliche, instabile Gelenke durch individuelle Übungen. Ziel ist es das Zusammenspiel von Gelenken, Nerven und Muskeln wieder herzustellen.
Bevor der Therapeut die erste Probebehandlung durchführt, werden ein Anamnesegespräch und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Hierbei werden die Gelenkmechanik, die Muskelfunktion, die neurale Mobilität und die Koordination der Bewegung überprüft.

Die Kunst der Heilung durch die Hände
Die Geschichte der manuellen Therapie ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. In alten Schriftstücken aus dem chinesischen, persischen und indischen Sprachraum wurden auf mechanische Therapieformen, im Sinne manualtherapeutischer Interventionen an der Wirbelsäule und den Extremitäten, hingewiesen.
Mit Hippokrates (5. Jahrhundert v. Chr.) finden sich erstmal konkrete Beschreibungen dislozierter Wirbel und Zusammenhänge innerer Erkrankungen mit Veränderungen der Wirbelsäule. Schon Hippokrates stellte fest: „ Viele Erkrankungen gehen von der Wirbelsäule aus.“
Mobilisations/ Manipulationstechniken gerieten in Vergessenheit und führten ein Schattendasein. Im Mittelalter waren zahllose Laienbehandler ( „bonesetters“, „Knocheneinrenker“, „Gliedersetzer“) unterwegs, um die von den konkurrierenden Ärzten vernachlässigten Schmerzen zu behandeln.Mit der Begründung der Osteopathie durch Andrew Taylor Still (1828-1917) und der Chiropraktik durch D. Palmer (1845-1913) erwachte das Interesse an den manuellen Behandlungsformen zunächst in den USA und erst Anfang der 50ger/60ger Jahre in Europa.

Vor diesem historischen Hintergrund stützt sich die heutige manuelle Therapie hauptsachlich auf den medizinischen Wissenschaften wie der funktionellen Anatomie und der Neurophysiologie.

Sie sucht mit Hilfe der evidence based medicine (wissenschaftliche und klinische Nachweise) eine Zusammenarbeit mit der akademischen Medizin.

Der Denk- und Entscheidungsprozess (Clinical Reasoning) in der manuellen Therapie benutzt, soweit verfügbar, wissenschaftlich gültige Begründungen.

Die Zertifikatsausbildung zum Manualtherapeuten für examinierte Physiotherapeuten umfasst eine mindestens 260 stündige Fortbildung mit zusätzlicher Abschlussprüfung. Bei den meisten zugelassenen Fortbildungsinstituten geht diese weit über die Mindeststundenanzahl hinaus.

Matthias Schneider

Quellen:

http://www.ifk.de/patienteninformationen/therapien/manuelle-therapie http://www.mt-omt.de/inhalte-und-beschreibung/ http://de.wikipedia.org/wiki/Manuelle_Therapie http://www.natuerlichphysio.de/unsereleistungen/manuelle-therapie-mt/index.php Bilder: http://chirozentrum.ch/_bilder/_chiropraktik/bonesetter.png http://www.reha-viersen.de/media/slider/manuelle_therapie.jpg