Dehnen vor dem Sport

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Hat Kurzzeitdehnen vor dem Sport einen Einfluss auf Sprungkraft und Schnelligkeit?

Das Dehnen ist ein großes Diskussionsthema in der Physiotherapie, wie auch in der Sportmedizin.

Immer wieder wird man als Therapeut vor die Frage gestellt:

„Muss man eigentlich dehnen? Kann man durch das Dehnen etwas an der Leistungsfähigkeit verbessern und wenn man sich dehnt, wie lange und in welcher Form dehnt man sich“?

Bei diesen Fragen kommen viele Therapeuten ins Schwanken.

Unser Physiotherapeut Nico Hölzel hat sich in einer Studie intensiv mit diesem Thema beschäftigt:

Hintergrund meiner Arbeit war es, etwas mehr Klarheit auf die Frage: „Soll ich mich vor dem Sport dehnen und wenn ja wie?“ zu bringen und ihnen die einzelnen Dehnungsarten zu erörtern. Ziel dieser Arbeit war es, zu klären, ob das Dehnen in Form eines Kurzzeitdehnprogramms vor dem Sport, Auswirkungen auf die Sprungkraft und Schnelligkeit hat.

Das Ergebnis dieser Arbeit stellt deutlich dar, dass es keinerlei positive Auswirkungen hat, wenn man vor dem Sport ein Kurzzeitdehnprogramm durchführt. Durch die „statische“ Ausführung eines Dehnprogramms vor dem Sport gibt es einen leistungsminderten Effekt auf die Sprungkraft und Schnelligkeit. Diskutieren kann man über die Wirkung der Psyche bei einem Aufwärmprogramm vor dem Sport. Es werden die Dehnungen angewandt, bei denen sich der Sportler am Wohlsten fühlt. Durch diese Erkenntnis ist es schwer, die Art des Dehnens vor dem Sport zu verallgemeinern. Kritisch müssen auch die Definitionen der Dehnungsarten in den Studien betrachtet werden, da keine genaue Definition der „statischen“ und „dynamischen“ Art des Dehnens beschrieben wird.